Harte Lehrstunden bei IRC Barum-Rallye für Kahle/Göbel

Harte Lehrstunden bei IRC Barum-Rallye für Kahle/Göbel

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Mit einem 19. Gesamtrang endete die Barum-Rallye für Matthias Kahle und Peter Göbel. Beim IRC-Lauf im tschechischen Zlin waren die beiden Skoda-Piloten chancenlos. Auch Junior Mark Wallenwein kam im zweiten Fabia S2000 nicht über Platz 18 hinaus. Die Bestandsaufnahme.

"Auch wenn die Barum-Rallye von dem dreifach-Erfolg für das Skoda-Team gekrönt wurde, haben wir uns das alles etwas anders vorgestellt", meinte nicht nur Copilot Peter Göbel nach der Rallye. Mit ihrem Skoda Fabia S2000 hatten die beiden Piloten kaum eine Chance gegen die starke internationale Konkurrenz. "Obwohl wir wirklich schnell gefahren sind, wurden die WP-Zeiten nur langsam besser. Jetzt müssen wir bis zur Mecsek-Rallye in Ungarn anhand von Videos und der Datenaufzeichnung analysieren, was wir in einer Woche besser machen können und müssen."

Dass die Barum-Rallye im tschechischen Zlin zu einer der besten IRC-Rallyes im Kalender gehört, war allerdings schon vor der Veranstaltung klar. Nicht weniger als 29 Super 2000-Fahrzeuge hatten zum siebten Meisterschaftslauf genannt, darunter alleine 14 Skoda Fabia S2000. Allen voran IRC-Champion Juho Hänninen aus Finnland, ebenso der Tscheche Jan Kopecky sowie der stets gut aufgelegte Freddy Loix aus Belgien, der sich den IRC-Titel für 2011 gerne auf die Fahnen schreiben möchte.

Das französische Peugeot-Lager stattete die Fahrer Guy Wilks (GB), Thierry Neuville (B), Pavel Valousek (CZ) sowie den Franzosen Bryan Bouffier mit der letzten Ausbaustufe des Peugeot 207 Super 2000 aus. Und dazwischen tummelten sich neben dem Finnen Tino Gardemeister, Andreas Mikkelsen und Patrick Sandell eine ganze Reihe von ambitionierten Piloten, die der Skoda Auto Deutschland-Mannschaft das Leben schwer machten. Der Veranstalter zählte an drei Eventtagen unglaubliche 300.000 Zuschauer, so viel wie bei keiner anderen IRC-Rallye.

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"Was bei uns genau schief lief, ist noch immer ein kleines Rätsel", so Göbel. "Wir haben uns Bilder von anderen Teams angeschaut und die machen auch nicht viel anders. Aber "nicht viel" scheint doch eine ganze Menge zu sein." Einen Punkt werden die beiden Deutschen sofort ändern. "Die anderen Fahrer bremsen an den engen Abzweigen deutlich später", da setzen wir schon mal an", so Fahrer Matthias Kahle. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist natürlich die Erfahrung. Während man bei den Skoda-Werkspiloten Kopecky und Hänninen von über 10000 Test-Kilometern spricht, fuhren Kahle und Co vor der Barum-Rallye lediglich einen kleinen Lauf zur Deutschen-Rallye-Serie in Zwickau. Hinzu kam ein kleiner Test, aber auch das war nicht wirklich viel im Vergleich zur fast übermächtigen Konkurrenz.

Das man bei der kommenden Rallye in Ungarn unbedingt besser abschneiden möchte, liegt nah. Einen winzigen Vorteil bietet die Mecsek-Rallye rund um Pécs. Die neu in den Kalender aufgenommene Rallye ist auch allen anderen Teams weitgehend unbekannt, entsprechend gering ist der Trainingsvorteil. "Und es starten diesmal nur 22 Fahrzeuge in unserer Klasse", so Göbel. Vielleicht sind ja allein schon deshalb bessere Zeiten möglich. Wir werden aber auch von unserer Seite alles daran setzen, den Abstand zur Spitze zu verkleinern. Dass wir so schnell keine Wunder erwarten können, ist uns auch klar. Alle anderen Teams fahren mehr Rallyes und Testkilometer, … doch die Hoffnung stirbt zuletzt."

Die aktuelle Startliste der Mecsek-Rallye ist seit wenigen Stunden online. Die Spitzenpiloten von Skoda und Peugeot sind wieder vor Ort und auch ein paar einheimsche Rallye-Cracks garnieren den achten Lauf zur Intercontinental Rally Challenge. Ab Samstag, 10. September 2011 stehen insgesamt 14 Wertungsprüfungen über rund 250 Kilometer auf dem Programm, ähnlich viel wie bei der Barum-Rallye. Dreh- und Angelpunkt der Rallye ist der ungarische Ort Pécs. Pécs gilt übrigens als eine der schönsten Städte Ungarns, seine klimatisch begünstigte Lage am Fuße der Mecsek-Berge und die zahlreichen Baudenkmäler machen den Ort aus und verleihen ihm eine ausgesprochen mediterrane Atmosphäre. "Das ist schon mal eine gute Ausgangsposition", lacht Göbel.

Gesamtwertung 7. Barum-Rallye 2011 nach 15 WP (eine WP nach 13 Autos abgebrochen):

1.  Jan Kopecky / Petr Stary (CZ)  Skoda Fabia S2000 

       2:15:51,7 h

2.  Freddy Loix / Frederic Miclotte (B) Skoda Fabia S2000 

 + 0:01,2 sek

3.  Juho Hänninen / Mikko Markkula (FIN) Skoda Fabia S2000 

 + 0:37,4 sek

4.  Thierry Neuville / Nicolas Gilsoul (B)  Peugeot 207 S2000 

+ 1:59,6 min

5.  Andreas Mikkelsen / Ola Floene (N)  Skoda Fabia S2000 

+ 2:05,7 min

6.  Toni Gardemeister / Tapio Suominen (FIN)      Skoda Fabia S2000 

+ 3:43,2 min

7.  Crais Breen / Gareth Roberts (GB)  Ford Fiesta S2000 

+ 3:47,4 min

8.  Roman Kresta / Petr Gross (CZ)  Skoda Fabia S2000 

+ 4:21,5 min

9.  P.G. Andersson / Emil Axelsson (S) Proton Satira Neo S2000     

+ 4:41,1 min

10.  Karl Kruuda / Martin Järveoja (EST)  Skoda Fabia S2000

+ 4:54,4 min

…     
18.  Mark Wallenwein / Stefan Kopczyk (D) Skoda Fabia S2000 

+ 8:32,3 min

19.    Matthias Kahle / Peter Göbel (D) Skoda Fabia S2000 

+ 8:45,7 min

Weitere Links:
> Homepage Intercontinental Rally Challenge (IRC)
> Homepage Barum-Rallye

> Fotoshow Barum-Rallye 2011



Peter Göbel Deutscher Rallyemeister 2002, 2004, 2005, 2006, 2010 - Agentur plusrallye: Oldtimer | Rallye | Events