Ennstal-Classic auf dem Weg zum Mega-Event

Ennstal-Classic auf dem Weg zum Mega-Event

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Mit einem größeren Starterfeld, noch längeren Etappen und den Stars Mr. Bean und Emerson Fittipaldi feiert die Ennstal-Classic immer neue Rekorde. Peter Göbel und Norbert Kappes kamen bei der Oldtimer-Rallye in ihrem Volvo PV 544 auf Platz 35 ins Ziel.


Eigentlich wollte Komiker-Star Rowan Atkinson, alias Mr. Bean, die Oldtimer-Rallye mit seinem Jaguar Mark VII aus sportlicher Sicht erfahren. Doch statt um hundertstel Sekunden zu kämpfen, flüchtete der öffentlichkeitsscheue Brite pausenlos vor den Fans und Autogrammjägern. Glücklich konnten sich diejenigen schätzen, die eine der wenigen Unterschriften ergattern konnten. Spendabler präsentierten sich die anderen Stars der Rallye, allen voran die Formel 1-Rennlegenden Stirling Moss und John Surtees, beide unterwegs in Mercedes-Benz 300 SL-Rennversionen. Mit von der Partie waren auch die Skifahrer Franz Klammer, Michael von Grüningen und Toni Sailer, die Schauspieler Klaus Wildbolz und Tobias Moretti sowie Rallyeprofessor Rauno Aaltonen und Weltmeister Christian Geistdörfer. Während diese im Feld von 180 Fahrzeugen bei bestem Wetter zur ersten Etappe aufbrachen, spielte bei den Veranstaltern die Zeitnahme verrückt. Als Folge musste die erste Wertungsprüfung auf den Gröbminger Hausberg Stoderzinken annulliert werden. Noch am Abend folgte der obligatorische Nachtprolog als Vorgeschmack auf die über 600 Kilometer lange Tauernrunde des nächsten Tages. Auf dieser entpuppten sich aber nicht die Alpenpässe als Hürde, sondern der Charakter der Gleichmäßigkeitsprüfungen. Während die Vorkriegs-Klassiker erst gar keine Chance hatten, den geforderten Schnitt von 50 km/h einzuhalten, riskierte so manch ambitionierter Teilnehmer beim Kampf um die hundertstel Sekunde auf den oft einspurigen Wegen Kopf und Kragen. Der Neuseeländer Mike Thackwell, seinerzeit jüngster Formel 1-Pilot, blieb cool und manövrierte seinen 340 PS starken Chrysler 300 gut gelaunt und Pfeife rauchend von Zeitkontrolle zu Zeitkontrolle.

Ehrgeiziger war dagegen Rudolf Schraml, mittlerweile Seriensieger bei historischen Rallyes. Nach seinen Siegen in den Jahren 2000 und 2001 mit Bruder Heinz gelang ihm nun der dritte Ennstal-Classic-Sieg mit Copilot Helmut Artacker im Ferrari 275 GTS Spider. Pech hatten dagegen Heinz Schmidt und Ralf Kracker im Mercedes 300 SL. Beim 1,4 Kilometer langen Abschluss-Grand-Prix am Samstag musste sich das beste deutsche Team vom Duo Brandstätter/Hochfelsner geschlagen geben. Auf einem akzeptablen Platz 35 liefen Norbert Kappes und Copilot Peter Göbel ins Ziel: "Das ist zwar nicht so gut, wie wir es uns vorgestellt hatten, doch der Spaß hat darunter nicht gelitten", meinten Kappes und Göbel unisono.

Als Zuschauer-Highlight entpuppte sich neben der Rallye jedoch wieder einmal die Rennwagen-Show zum Gröbming-Grand-Prix. Audi brachte den Wanderer Stromlinie Spezial an den Start, Porsche setzte auf Gerhard Berger im 908/3, Moss lenkte den 300 SLR und der extra angereiste brasilianische Ex-Formel 1-Weltmeister Emerson Fittipaldi drehte im legendären Alfa Romeo P3 vor einem begeisterten Publikum seine Runden.


Endergebnis der Ennstal-Classic 2004:

1. Schraml/Artacker A/A Ferrari 275 GTS Spider 1302 Punkte
2. Brandstetter/Hochfelsner A/A Mercedes-Benz 300 SL 1714 Punkte
3. Schmidt/Kracker D/D Mercedes-Benz 300 SL 1742 Punkte
4. Denzel/Schaup A/A Denzel 1300 S 1825 Punkte
5. Wawronek/Wrawonek A/A Jaguar E-Type 1872 Punkte
6. Haberl/Moser A/A Porsche 356 SC 1916 Punkte
35. Kappes/Göbel D/D Volvo PV 544 5239 Punkte

 



Peter Göbel Deutscher Rallyemeister 2002, 2004, 2005, 2006, 2010 - Agentur plusrallye: Oldtimer | Rallye | Events