Skoda-Duo bei Eifel-Rallye nur auf Platz 3

Skoda-Duo bei Eifel-Rallye nur auf Platz 3

2004_550_eifel_platz3.jpg
Während Matthias Kahle und Copilot Peter Göbel mit technischen Problemen am Skoda Octavia WRC kämpften, fuhr der belgische Gaststarter und Peugeot-Werksfahrer Freddy Loix mit seinem Peugeot 206 WRC zum ungefährdeten Sieg. 

Eigentlich begann die Eifel-Rallye wie erwartet. Freddy Loix und Beifahrer Sven Smeets waren beim sechsten Lauf zur Deutschen Rallyemeisterschaft im überlegenen Peugeot 206 WRC das Maß der Dinge. Matthias Kahle hielt den Abstand mit viel Einsatz so gering wie möglich und die Verfolger der DRM auf Distanz. Bis zur sechsten Wertungsprüfung. Die Ereignisse:

Am Start bricht die Kardanwelle zwischen Mittellager und Hinterachse. Die Schläge der nun frei unter dem Wagen rotierenden Welle sorgt für Mega-Vibrationen im Auto, kurz vor dem Ziel nach rund sechs Kilometern lösen sich sogar sämtliche Sicherungen aus der Fassung. Der Zeitverlust auf die Spitze beträgt rund 1:40 Minuten. Um schlimmere Schäden zu vermeiden, wird die defekte Welle vor der nächsten Prüfung ausgebaut. Das kostet Zeit und weitere 20 Strafsekunden, weil wir die kommende Zeitkontrolle zwei Minuten zu spät erreichen. Weitere Sekunden vergehen notgedrungen auf WP 7, weil der Octavia nur noch mit Frontantrieb unterwegs ist. Die Erschütterungen halten sich dafür in Grenzen.

Die Servicecrew kann den Schaden beheben, doch die direkten Gegner sind längst vorbeigezogen. Allen voran Frank Färber und Thomas Schünemann im Gruppe A-Mitsubishi Lancer, dicht gefolgt von Maik Stölzel und Thomas Windisch im zweiten Octavia WRC. Zwischenzweitlich ausgefallen sind Sandro Wallenwein (Unfall), Carsten Mohe (Unfall) und Horst Rotter (Technik), unangefochten an der Spitze fährt Freddy Loix, der diese Rallye als Testeinsatz für den bevorstehenden WM-Einsatz bei der Deutschland-Rallye nutzt.

Auf den nächsten drei Wertungsprüfungen soll es besser laufen. Mit profillosen Slickreifen geht es los, dann regnet es. Der Zeitverlust hält sich jedoch in Grenzen, obwohl viele Teams zwei Intermed-Ersatzräder dabei haben. Die Aufholjagd beginnt auf WP 11. Auf dem knapp 15 Kilometer langen Rundkurs fahren wir Bestzeit und sind vier Sekunden schneller als Loix. Von Platz acht geht es aufwärts. Sechs Wertungsprüfungen vor Schluss beträgt der Abstand auf den drittplatzierten Stölzel knapp eine Minute, drei WP vor dem Ziel sind es nur noch 23 Sekunden. Färber liegt uneinholbar auf Platz zwei hinter Loix.

Dann die letzten drei WP-Zeiten: Kahle ist auf WP 14 genau 11,2 Sekunden schneller als Stölzel, weitere 4,8 Sekunden folgen auf der vorletzten WP. Auf den letzten 10,05 Kilometern der WP "Mantaloch" bleibt die Uhr für uns bei 5:14,8 min stehen, 10,6 Sekunden länger benötigt Stölzel. Er verliert das Duell mit 4,6 Sekunden und rutscht damit auf Platz vier ab. Die Beliger Freddy Loix und Sven Smeets siegen mit dem Peugeot 206, auf Platz zwei landen Frank Färber und Thomas Schünemann im Mitsubishi.

Spannend ist auch der Kampf in der Super 1600-Klasse. Nach einem harten Kampf gewinnt erstmals in diesem Jahr Niki Schelle im Suzuki Ignis vor Sven Haaf, der mit dem neuen Citroen C2 Super 1600 das Rallyedebut in Deutschland gibt. In der seriennahen Gruppe N gewinnt wie erwartet und ohne Gegner Hermann Gassner und Sigi Schrankl im Mitsubishi Lancer. Allerdings verliert der amtierende Deutsche Meister weiter vier Zähler auf Kahle, der bei der nächsten Rallye nur noch 15 Punkte benötigt, um mit Co Peter Göbel vorzeitig den zweiten DM-Titel mit Skoda zu feiern. Für Matthias Kahle wäre das gar der fünfte Meistertitel nach 1997 (Toyota), 2000, 2001 (beide mit Seat) und 2002 (Skoda).

Endergebnis Eifel-Rallye 2004 nach 16 WP:

1. Loix/Smeets Peugeot 206 WRC
2. Färber/Schünemann Mitsubishi Lancer + 3:19,5 min
3. Kahle/Göbel Skoda Octavia WRC + 4:01,2 min
4. Stölzel/Windisch Skoda Octavia WRC + 4:05,1 min
5. Schelle/Becker Suzuki Ignis Super 1600 + 5:49,0 min
6. Haaf/Wenzel Citroen C2 Super 1600 + 5:51,0 min

Meisterschaftsstand nach 6 von 8 DRM-Läufen:

1. Kahle/Göbel Skoda Octavia WRC 290 Punkte
2. Gaßner/Schrankl Mitsubishi Lancer 225 Punkte
3. Stölzel/Windisch Skoda Octavia WRC 194 Punkte
4. Haaf/Wenzel Citroen Saxo/C2 S1600 177 Punkte
5. Fahrner/Poschner Skoda Fabia TDI 150 Punkte
6. Holz/Limbach VW Golf Kit-Car 141 Punkte

 



Peter Göbel Deutscher Rallyemeister 2002, 2004, 2005, 2006, 2010 - Agentur plusrallye: Oldtimer | Rallye | Events