Schwarz siegt trotz Unfall bei Saarland-Rallye

Schwarz siegt trotz Unfall bei Saarland-Rallye

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Obwohl Armin Schwarz nach einem Fahrfehler sein Fabia WRC beschädigt, siegt der Franke im Saarland. Trotz Gegenwehr blieb für Matthias Kahle und Peter Göbel im unterlegenen Octavia nur ein zweiter Rang.

Es hätte auch deutlich schlimmer ausgehen können. Doch mit einem Rückstand von rund zweieinhalb Minuten auf WM-Pilot Armin Schwarz sind wir mehr als zufrieden. Die Entwicklungskurve des Fabia zeigt deutlich nach oben. Wir gingen davon aus, dass unser Abstand auf Schwarz mindestens 1,4 Sekunden pro Kilometer betragen wird – am Ende waren es aber nur 0,8 Sekunden. Die Ereignisse der Saarland-Rallye in gewohnter Kurzform.

Die ersten beiden Sonderprüfungen laufen problemlos. Zur Überraschung sind wir nur wenig langsamer als Schwarz/Hiemer im Fabia. Die längste Prüfung mit über 27 Kilometer rückt die Kräfteverhältnisse der beiden WRC-Autos jedoch ins rechte Licht. Schwarz ist fast 32 Sekunden schneller, umgerechnet 1,17 Sek/km.

Das gleiche Bild beim zweiten Durchgang auf den selben Prüfungen. Der WM-Pilot wird immer schneller, der Fabia läuft besser, die Testarbeit und jede Menge gefahrene Kilometer im kompakteren Fabia WRC machen sich bezahlt. Schwarz ist auf der 27 km-WP über 42 Sekunden (1,5 Sek/km) schneller als Matthias Kahle im betagten Octavia. Nach dem obligatorischen Abschluss-Rundkurs in Losheim trennen uns rund 1:50 Minuten zur Spitze. Deutlich schon der Abstand zu den Verfolgern Maik Stölzel und Sandro Wallenwein. "Ich bin nur dann voll motiviert, wenn ich schnell fahren muss", sagt Matthias, der Schwarz so gut es geht Paroli bietet.

Der Samstag beginnt mit viel Regen, die Reifenwahl ist keine Frage – pro Regen. Auf der letzten von drei zu fahrenden Wertungsprüfungen dann die Überraschung: Armin Schwarz verliert den Fabia nach einer unscheinbaren Bodenwelle, dessen Heck steigt auf, bricht aus und knallt mit voller Wucht gegen einen Telegrafenmast. Die Folge: Eine stark demolierte Fahrerseite und eine zerstörte Hinterachse. Warum teilwiese berichtet wird, dass der Sieg von Schwarz nie gefährdet war, überrascht. Denn der Abflug bei hohem Tempo hätte auch das Aus bedeuten können. Statt dessen wird der Fabia zurück auf die Straße katapultiert. Schwarz verliert auf den restlichen Kilometern über eine halbe Minute auf Matthias Kahle. An der selben Stelle fliegt auch Carsten Mohe im Renault Clio S 1600 ab, fast zwei Minuten Zeitverlust bedeuten später nur den dritten Rang in der Super 1600-Meisterschaft.

Schwarz schleppt sich dagegen mit Mühe zum Service, auf der knapp 25 Kilometer langen Verbindungsetappe löst sich der Reifen langsam von der Felge und zerstört beiläufig die hintere Tür und die Heckschürze. Kurz vor dem Regrouping wechseln Schwarz und Beifahrer Manfred Hiemer den Reifen. Im darauffolgenden Service kassieren beide weiter 20 Sekunden Zeitstrafe, weil die Mechaniker statt der erlaubten 20 exakt 22 Serviceminuten für die Reparatur benötigen.

Die restlichen Prüfungs-Bestzeiten gehen wie erwartet wieder an Armin Schwarz. Ein leichter Verbremser in WP 13 kostet uns rund 20 Sekunden Zeitverlust. In einem engen Rechtsabzweig auf Schotter rutscht unser Octavia in den Notausgang. Die Schlussphase ist auf beiden Seiten fehlerfrei. Armin Schwarz und Manfred Hiemer feiern den ersten Sieg mit einem Fabia WRC und wir bekommen trotzdem 60 Punkte für die Meisterschaft gutgeschrieben, weil Schwarz nicht in der DRM eingeschrieben ist. Hauptverfolger Hermann Gaßner und Sigi Schrankl rutschen kurz vor Schluss unerwartet in einen Graben und verlieren den Tagessieg in der Gruppe N an Maik Steudten im Mitsubishi.

Gaßner verliert so weitere 26 Punkte auf uns. Damit haben wir nun einen komfortablen Vorsprung von 62 Zählern. Mit etwas Glück können wir den zweiten Meistertitel mit Skoda in der Eifel feiern. Die Voraussetzungen: 40 Punke für uns und maximal 18 für Hermann Gaßner. Der Bayer darf seine Klasse nicht gewinnen und im Gesamtklassement nicht über Platz 8 herauskommen.

Endergebnis Saarland-Rallye nach 16 WP:

1. Schwarz/Hiemer Skoda Fabia WRC
2. Kahle/Göbel Skoda Octavia WRC + 2:34,1 min
3. Stölzel/Windisch Skoda Octavia WRC + 6:17,4 min
4. Wallenwein/Zeitlhofer Mitsubishi Lancer + 6:54,6 min
5. Färber/Schünemann Mitsubishi Lancer + 8:05,3 min
6. Tsjoen/Chevaillier Renault Clio S1600 + 9:01,9 min

Meisterschaftstand nach 5 von 8 DRM-Läufen:

1. Kahle/Göbel Skoda Octavia WRC 260 Punkte
2. Gaßner/Schrankl Mitsubishi Lancer 198 Punkte
3. Stölzel/Windisch Skoda Octavia WRC 170 Punkte
4. Haaf/Wenzel Citroen Saxo S1600 154 Punkte
5. Holz/Limbach VW Golf Kit-Car 141 Punkte
6. Fahrner/Poschner Skoda Fabia TDI 130 Punkte

 



Peter Göbel Deutscher Rallyemeister 2002, 2004, 2005, 2006, 2010 - Agentur plusrallye: Oldtimer | Rallye | Events